Bauchschmerzen bei Kindern – so können Sie helfen

Kind mit Bauchschmerzen
Bauchschmerzen bei Kindern - so können Sie helfen Foto: Mädchen Foto erstellt von master1305 - de.freepik.com

Bauchschmerzen bei Kindern können unterschiedliche Ursachen haben. Angst oder auch Reizüberflutung können sich in Form von Bauchschmerzen äußern. Darüber hinaus klagen manche Kinder über Bauchschmerzen nach dem Essen. Wann beruhigende Worte von Mami und Papi noch ausreichen, und wann Sie mit Ihrem Kind den Arzt aufsuchen sollten – das und mehr zeigt dieser Ratgeber auf.

Starke Bauchschmerzen und Bauchkrämpfe

Säuglinge und kleine Kinder können nur durch Weinen und Schreien äußern, dass sie Bauchkrämpfe oder Bauchschmerzen haben. Eltern stehen oft vor einem Rätsel und fühlen sich hilflos. Grundsätzlich ist es unabdingbar, ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen, wenn Babys über einen längeren Zeitraum hinweg schreien oder sich gar vor Bauchschmerzen winden. Vor allem, wenn Fieber hinzukommt, sollten Sie nicht zögern, den Kinderarzt aufzusuchen.

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Manchmal kommt es vor, dass die Bauchkrämpfe keine klar erkennbare körperliche Ursache haben. Unter diesen Umständen ist von so genannten funktionellen Bauchschmerzen die Rede. Sie treten in erster Linie in der Region rund um den Bauchnabel des Kindes auf. Meist lässt sich daraus herleiten, dass möglicherweise Druck, Stress, Angstempfinden oder eine Reizüberflutung die Bauchkrämpfe verursachen. Es liegt in der Natur der Sache, dass sich unter belastenden Einflüssen die Muskeln im Bereich des Bauches oder des Unterleibs verkrampfen können und dass vermehrte Darmbewegungen spürbar sind, sodass die Bauchkrämpfe entstehen.

Wenn Ihr Kind unter funktionalen Bauchschmerzen leidet, kann eine „extra Portion“ Liebe und Fürsorge helfen, das Unwohlsein zu lindern. Vor allem Rituale sind hilfreich, wenn Ihr Kind starke Bauchschmerzen hat. Die Erfahrung hat gezeigt, dass liebevolle Kuscheleinheiten, eine Gute-Nacht-Geschichte oder ein schöner Spaziergang an der frischen Luft die psychischen Belastungen und Ängste bei Kindern erheblich lindern können. Die Verkrampfungen lassen spürbar nach – und dementsprechend gehören auch die Bauchschmerzen rasch der Vergangenheit an. Am besten, Sie integrieren regelmäßige „Ruhe-Inseln“ in den familiären Tagesablauf, um das Stress-Level bei Ihrem Kind auf ein Minimum zu reduzieren. Machen Sie feste Rituale daraus. Das schenkt Sicherheit und vermittelt Geborgenheit. Dies sind wesentliche Aspekte, wenn es darum geht, Ihrem Kind dabei zu helfen, zur Ruhe zu kommen.

Größere Kinder können sich äußern und oft auch gut beschreiben, wie sich ihre Bauchschmerzen „anfühlen“. Sofern keine körperlichen Ursachen festgestellt werden können, sollten Sie den „Blick hinter die Kulissen wagen“ und die Psyche des Kindes prüfen. So gibt es Kinder, die vor allem während der Schulzeit über Bauchkrämpfe klagen, nicht aber in den Ferien. Steckt womöglich mehr dahinter? Wird Ihr Kind gemobbt oder sieht es sich auf andere Weise einem besonderen Druck in der Schule ausgesetzt? Oft helfen Gespräche mit den Jugendlichen oder die Kommunikation mit den Lehrern.

Kind mit Fieber
Hat das Kind neben Bauchschmerzen auch Fieber sollte ein Arzt aufgesucht werden Foto: ©Aleksandra Suzi – stock.adobe.com

Die Bauchmigräne

Bauchschmerzen bei Schulkindern in Verbindung mit Kopfschmerzen, Übelkeit und Erbrechen sind oft eindeutige Warnsignale für erhebliche psychische Belastungen, Stress und Druck. In diesem Zusammenhang werden die so genannten funktionellen Bauchschmerzen auch als Bauchmigräne bezeichnet. Statistiken zufolge leiden Mädchen häufiger darunter als Jungen. Etwa zwei bis vier Prozent sind von der Bauchmigräne betroffen. Körperlicher oder psychischer Stress kann nachhaltige gesundheitliche Folgen für die jungen Menschen haben. Es ist daher wichtig, den Arzt zu konsultieren.

Bauchschmerzen nach dem Essen

Bauchkrämpfe können durchaus auch durch zu schnelles Essen entstehen. Denn mit jedem Happen gelangt Luft in den Magen- und Darmtrakt, die jedoch wieder entweichen will. Durch innere Anspannung ist aber genau das oft nicht möglich. Daher sind Mamis und Papis gut beraten, durch Streicheleinheiten bzw. Massagen der Bauchregion ihres Kindes die Darmfunktion zu unterstützen. So ist gewährleistet, dass die angestaute Luft, die den immensen Druck verursacht, entweichen kann. In Ergänzung zur sanften Bauchmassage können Sie pflanzliche Präparate gegen Bauchschmerzen verabreichen, die die Verdauungsfunktion regulieren. Beachten Sie bitte die Altersempfehlungen der Produkte.

Gelber Enzian, aber auch Kamille, Fenchel, Wacholder und Wermut wirken anregend und krampflösend. Blähungen und Übelkeit verschwinden so bereits nach kurzer Zeit, sodass sich Ihr Kind wieder ruhiger und „gelöst“ fühlen wird. Weil durch den krampflösenden, regulierenden Effekt der Pflanzenpräparate die „Luft im Bauch“ leichter wieder ausgeschieden bzw. aufgestoßen werden kann, sind die Bauchkrämpfe rasch wieder vergessen.

Koliken bei Kindern

Viele Eltern kennen das: Die so genannten Dreimonatskoliken stellen vor allem in den ersten drei Lebensmonaten des Kindes eine erhebliche Herausforderung dar. Sensible Babys leiden häufig darunter. Die Ursache dafür ist das Schlucken von Luft. Oft sind Anspannung, bedrohlich wirkende Einflüsse von außen, Erschrecken oder auch zu schnelles Trinken verantwortlich. Auch ungewohnte Babykost bzw. das Umstellen von Muttermilch auf industriell hergestellte Babynahrung führt dazu, dass Blähungen entstehen. Eine Wärmflasche auf dem Bäuchlein des Kindes sowie sanfte Bauchmassagen im Uhrzeigersinn helfen, starke Bauchschmerzen und Bauchkrämpfe zu lindern.

Starke Bauchschmerzen bei Stillkindern

Kleinkind mit Wärmflasche
Bei Koliken kann eine Wärmflasche gegen die Bauchschmerzen helfen Foto: ©Kristin Gründler – stock.adobe.com

Manche Babys haben nicht mehr als einmal in der Woche Stuhlgang. Auch Kleinkinder, die gerade von der Windel entwöhnt worden sind, haben in dieser Umstellungsphase Verdauungsprobleme. Das liegt daran, dass sie den Gang zur Toilette aus Unsicherheit mitunter zu lange hinauszögern. Dieses Zurückhalten der Verdauung führt aber oftmals dazu, dass sich der Kot im Inneren des Darms verfestigt. Auch hier helfen wieder liebevolle Massagen und sanfte Streicheleinheiten. Darüber hinaus sollten Sie darauf achten, dass Ihr Kind möglichst viel trinkt. Kohlensäurefreies Wasser, ungesüßte Früchte- oder Kräutertees sind unter diesen Umständen ideal, um den Darminhalt zu verflüssigen, sodass eine leichtere Ausscheidung erfolgen kann.

Babys und Kleinkinder neigen dazu, alles in den Mund zu stecken, was ihnen in die Finger kommt. Auf diese Weise können allerdings Keime, Bakterien und andere Krankmacher in ihren empfindlichen Verdauungstrakt gelangen. Die Folge sind manchmal Infektionen, die zu Durchfall und Erbrechen führen. Auch ein möglicher Wurmbefall könnte die Ursache für starke Bauchschmerzen sein und muss in jedem Fall ärztlich behandelt werden.

Nahrungsmittelunverträglichkeiten als Ursache für Bauchkrämpfe

Wenn Kinder zu viele Nahrungsmittel durcheinander essen, ist das für ihren Magen- und Darmtrakt der „pure Stress“. Dementsprechend treten starke Bauchschmerzen auf, die jedoch nach wenigen Stunden meist wieder abklingen. Bei einer vorliegenden Laktoseintoleranz oder bei einer Zöliakie ist eine Ernährungsumstellung elementar. Weizen, aber auch Fruktose und bestimmte Substanzen aus Kuhmilch lösen häufig Beschwerden aus. Grundsätzlich sollten Sie bei Nahrungsmittelunverträglichkeiten mit Ihrem Kind den Arzt aufsuchen.

Fazit

Bauchschmerzen bei Kindern können harmlose Ursachen haben. Aufregung und Freude, aber auch Ängste und Stressempfinden führen manchmal dazu, dass starke Bauchschmerzen entstehen. Dauern die Bauchschmerzen jedoch länger an oder ist gar die Bauchdecke verhärtet, ist ein Besuch beim Kinderarzt unausweichlich.

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