Umziehen als Alleinerziehende

Umzugshelfer tragen Umzugskartons
Umziehen als Alleinerziehende - mit entsprechender Hilfe geht es leichter Foto: © Andrey Popov - stock.adobe.com

Nach der Trennung kommt oft der Umzug als Alleinerziehende mit Kind

In Deutschland sind rund 2,6 Millionen Mütter und Väter Alleinerziehende. Häufig ist dieser Status durch eine Trennung der Eltern des Kindes bedingt, teilweise ist aber ein Elternteil verstorben oder es sprechen andere Gründe für die alleinige Erziehung der Kinder.

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Steht ein Umzug an, ist dieser meistens mit erheblich Aufwand verbunden. Ein Umzug mit Kind kann dabei oft eine besondere Herausforderung darstellen – die für Alleinerziehende noch schwerer zu stemmen ist. Als Alleinerziehende müssen Sie vieles beachten. Vom Einverständnis des anderen Elternteils bis zur rechtzeitigen Anmeldung in der Schule, um nur zwei Punkte zu nennen. 

Gerade als Alleinerziehende tut es gut, wenn Ihnen etwas Hilfe zukommt. In diesem Beitrag erfahren Sie, was Sie bei einem Umzug beachten müssen. Hier kommen organisatorische wie gesetzliche Punkte auf Sie zu. Um nicht den Überblick beim Umzug zu verlieren, geben wir Ihnen eine Liste aller Aufgaben, die erledigt werden müssen.

Umzug als Alleinerziehende – Das Sorgerecht beachten

Bei allen Entscheidungen, die das Kind betreffen, hat auch immer der andere Partner ein Mitspracherecht. Hier kommt nicht nur das Sorgerecht zum Tragen, denn ein Umzug bedeutet sowohl für das Kind als auch den anderen Elternteil völlig neue Lebensumstände. Die Kinder wechseln die gewohnte Umgebung und sind eventuell weiter von den Großeltern, Freunden und natürlich Mama oder Papa entfernt. Deshalb müssen Sie sich als einer der ersten Schritte das schriftliche Einverständnis des zurückbleibenden Partners einholen. 

Mit dem Einverständnis soll sichergestellt werden, dass das Kind von beiden Elternteilen umsorgt werden kann. Hat jedoch der zurückbleibende Elternteil das Gefühl, dass die Beziehung aufgrund der weiten Entfernung leidet, hat er das Recht, den Umzug zu verweigern. Deshalb muss diese Entscheidung immer gemeinsam getroffen werden, Sie tun also gut daran, ein ausgewogenes Verhältnis nach der Trennung zu wahren. Ohne diese notwendige Zustimmung machen Sie sich ansonsten dem Kindesentzug schuldig und müssen unter Umständen mit sehr hohen Strafen rechnen. Beachten Sie die Einhaltung der schriftlichen Zustimmung insbesondere nicht nur bei Umzügen in eine andere Stadt, sondern vor allem auch beim Umzug in ein anderes Land. Weitere Informationen zu diesem Thema können Sie auch hier finden.

Richtige Planung erleichtert den Umzug

Es kommen einerseits organisatorische und andererseits zeitlich befristete Aufgaben auf Sie zu. Beginnend bei der Kündigungsfrist der Wohnung und dem neuen Mietvertrag in der neuen Wohnung, müssen Sie als Elternteil auch die Suche nach Kindergarten oder Schule beachten, die Anmeldefristen der Einrichtungen inklusive der Kündigung alter Verträge. Es kommt also einiges zusammen, dass wir hier für Sie übersichtlich darstellen.

Den Umzug vorbereiten

Wenn Sie nach langer Suche endlich eine neue Wohnung gefunden und den Einzugstermin vereinbart haben, müssen Sie den Mietvertrag fristgerecht kündigen. Von nun an gilt es die Kündigungsfristen aller Versorger einzuhalten. Anschließend kündigen Sie weitere Verträge wie die Energieversorgung, den Gasanbieter sowie Telefon und Internetanschluss. Gegebenenfalls ist hier auch eine Ummeldung möglich, zum Beispiel beim Telefon. Denken Sie auch an bestehende Zeitungsabonnements, die gekündigt oder umgemeldet werden. 

Bei der Wohnungssuche haben Sie sicher schon nach einem Kindergarten und einer Schule Ausschau gehalten. Jetzt können Sie konkret die passenden Einrichtungen mit Ihrem Kind besuchen. Sollte Ihr Nachwuchs von der Idee des Umzugs noch nicht begeistert sein, setzen Sie den nächsten Schritt an: Planen Sie mit Ihrem Kind bzw. den Kindern das neue Zimmer. Von Gestaltungsideen sind die meisten begeistert und es erleichtert Ihnen den Ortswechsel in das neue Zuhause. 

Bei der Wohnungssuche haben Sie sicher schon nach einem Kindergarten und einer Schule Ausschau gehalten. Jetzt können Sie konkret die passenden Einrichtungen mit Ihrem Kind besuchen. Sollte Ihr Nachwuchs von der Idee des Umzugs noch nicht begeistert sein, setzen Sie den nächsten Schritt an: Planen Sie mit Ihrem Kind bzw. den Kindern das neue Zimmer. Von Gestaltungsideen sind die meisten begeistert und es erleichtert Ihnen den Ortswechsel.

Dann beginnt auch schon das „Ausmisten“ und aussortieren nicht mehr benötigter Spielsachen und Kleidungsstücke, aus denen die Kleinen herausgewachsen sind. Mit dem Verkauf von Kleidungsstücken oder gut erhaltenen Spielsachen bessern Sie das Familienbudget auf, selbst wenn es nur kleine Beträge sind. Vielleicht geben Sie das Geld zusammen mit Ihrem Kind in die Urlaubskasse für die nächsten Ferien oder planen gemeinsam etwas anderes. 

Umzug selbst durchführen oder Profis überlassen

Reichen Sie einige Tage Urlaub für den Umzug ein. Denn Berufsalltag, Haushalt, Kinder und Umzug sind einfach zu viel. Mit ein paar freien Tagen erleichtern Sie sich die Arbeit. Zusätzlich entscheiden Sie, ob Sie ein Umzugsunternehmen beauftragen oder Freunde um Hilfe beim Transport der Möbel fragen. Die Beauftragung eines Umzugsunternehmens kann dabei gerade für Alleinerziehende eine sinnvolle Investition sein. Die Profis kennen sich schließlich sehr gut mit Umzügen aus und können entsprechende Hilfestellungen anbieten. So gibt es Umzugsunternehmen, die eine Umzugshilfe für Alleinerziehende anbieten. Die kann bis zu einem Komplettumzug inklusive dem Ein- und Auspacker der Umzugskisten gehen.

Freunde können beim Möbelaufbau helfen
Freunde können beim Möbelaufbau helfen Foto: JP WALLET / shutterstock.com

Jetzt sind fleißige Hände gefragt! Ebenfalls hilfreich ist es, wenn die Kinder an diesem Tag nicht im Hause sind – auch wenn sie noch so betteln. Es gibt beim Ein- und Auspacken noch genügend Möglichkeiten, wo sich die Kleinen beweisen können. Nutzen Sie also die Vorbereitungszeit auch für die Organisation einer Kinderbetreuung.

Umzugskartons organisieren 

Umzugsfirmen bringen in der Regel Kartons mit. Klären Sie solche individuellen Fragen im Vorfeld ab. Sollten Sie jedoch den Umzug allein bewerkstelligen, müssen Sie Umzugskartons organisieren. Hier gibt es unterschiedliche Optionen: Gebrauchte Umzugskartons kaufen, im Baumarkt die verschiedenen Größen nutzen oder Umzugskartons mieten. Planen Sie ein paar Umzugskartons mehr ein, denn in der Regel nimmt das Packen kein Ende. Zusätzlich nehmen Sie noch ein bis drei Aufbewahrungsboxen mit Deckel aus Plastik, in die Sie die wichtigsten Dinge einpacken, die direkt im neuen Heim gebraucht werden. So ersparen Sie sich unnötiges Suchen und sehen auf einen Blick, wo Hygieneartikel und Kleidungsstücke sind. Später können Sie diese Aufbewahrungsboxen zum Verstauen von Spielzeug, Decken oder Winterbekleidung nutzen. 

Anschließend stellen Sie bei der Post einen Nachsendeauftrag. Sollten nicht alle Möbel mit ins neue Heim kommen, bestellen Sie einen Sperrmüllcontainer oder verschenken die Sachen im Internet unter der Voraussetzung, dass sie bereits vor dem Umzug abgeholt werden. Damit der Umzugswagen direkt vor dem Haus parken kann, stellen Sie einen Antrag auf ein Halteverbot. Somit umgehen Sie Ärgernisse, denn wenn schwere Geräte erst aufgrund eines parkenden Autos meterweit getragen werden müssen, sinkt die Stimmung der Umzugshelfer.

Beginnen Sie zu packen, und zwar all jene Dinge, die momentan nicht dringend benötigt werden. Winterbekleidung, Schuhe, Bücher, Vasen, Bilderrahmen etc. In den letzten Tagen vor dem Umzug demontieren Sie die ersten Möbelstücke. Halten Sie dafür verschließbare Tüten bereit, um Schrauben und Zubehör gleich einzutüten. Beschriften Sie die Tüten, um im neuen Heim die passenden Teile zur Hand zu haben. 

Umzugskartons packen mit Kids …

… ist durchaus möglich. Probieren Sie es! Hier gibt es noch einmal die Chance, sich von alten Dingen zu lösen, Stichwort Aussortieren. Die Kleinen können lernen, Sachen ordentlich zu packen. Hier kann ohnehin kaum etwas kaputt gehen. Sollte es zerbrechliche Dinge im Kinderzimmer geben, sortieren Sie diese vorher aus und packen sie diese separat in einen Umzugskarton.

Der Umzugstag

Alle Kisten sind gepackt, die Möbel auseinander gebaut oder mit Folien umwickelt, um sie vor Schaden zu schützen. Bestellen Sie am Tag vorher frisch belegte Brötchen und besorgen Sie eine Kiste alkoholfreier Getränke. Es eignen sich vor allem Wasser mit und ohne Sprudel und Säfte. Auf keinen Fall Bier oder ähnliches! Das dürfen Sie gern nach dem Umzug im neuen Heim anbieten. Die Kinder sind bei Freunden, Ihren Eltern oder dem Ex-Partner besser aufgehoben. Schliesslich soll alles reibungslos ablaufen und nicht zuletzt gibt es mit Kindern immer ein Sicherheitsrisiko. Entspannter ist es deshalb in jedem Falle ohne die Kinder. 

Planen Sie gut den Transport der Möbel. Dazu gehört, dass zuerst die Möbel in den Transporter geladen werden, die zuletzt aufgebaut werden. Das bedeutet, die wichtigsten Möbelstücke erreicht zuletzt das neue Heim und können zuerst aufgebaut werden. Dann haben Sie die durchsichtigen Plastikboxen für die ersten zwei Tage im neuen Heim. So sollte der gesamte Umzug gut ablaufen.

Nach dem Umzug 

Nachdem die Möbel an Ort und Stelle stehen müssen Sie sich vor Ort an- bzw. Ummelden. Mit allen gültigen Identitätspapieren gehen Sie zur Gemeinde- bzw. Stadtverwaltung und melden sich um. Benötigt wird in Mietwohnungen die Vermieterbescheinigung bzw. Mietvertrag, die Zustimmung des Elternteils sowie den Kinderausweis.

Im Anschluss übermitteln Sie natürlich Ihrem Ex-Partner die neue Adresse. Er sollte der Erste sein, der informiert wird. Lassen Sie ihn also nicht außen vor und geben Sie ihm das Gefühl, dass er trotz Entfernung auch weiterhin Teil der Familie sein wird.

Je nach individueller Situation steht jetzt die Renovierung der neuen Wohnung an. In jedem Falle findet die Wohnungsübergabe der alten Wohnung statt. Das Auspacken der Umzugskartons und das Kennenlernen von Nachbarn und Spielplätze läuft fast automatisch. Auf ersten Spaziergängen erkunden Sie mit Ihrem Kind den Schulweg. 

Umzugshilfe und finanzielle Unterstützung für Alleinerziehende 

Als Alleinerziehende können Sie eine Umzugshilfe beantragen. Wie so oft können hier keine pauschalen Aussagen getroffen werden, weil immer die individuelle Situation entscheidend ist. Möglich ist jedoch, Wohngeld zu beantragen. Dann kommt der Unterhalt des Partners hinzu. Auch die Arbeitssituation spielt eine Rolle. Sollten Sie derzeitig Arbeitslosengeld oder Sozialhilfe beziehen, müssen Sie bei den entsprechenden Ämtern vorsprechen. Bedenken Sie, dass Anträge immer vorher gestellt werden müssen! Alternativ wenden Sie Sich an den Verband alleinerziehender Mütter und Väter e.V. (VAMV), Caritas oder pro familia

Fazit

Mit guter Planung haben Sie den halb Umzug schon geschafft! Gehen Sie einen Schritt nach dem anderen und warten Sie gar nicht erst darauf, dass das Chaos wächst. Denken Sie immer daran: Es ist keine Schande, Freunde und Familie beim Umzug zu helfen.

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