CTG – Kardiotokographie

Ultraschall © Dieter Schütz / PIXELIO
Ultraschall © Dieter Schütz / PIXELIO

Beim CTG (Kardiotokographie) handelt es sich um ein Verfahren, mit dem die Registrierung und Aufzeichnung der Herzfrequenz des ungeborenen Kindes und der Wehentätigkeit der Mutter gleichzeitig möglich ist. Dieses Verfahren wird bereits während der Schwangerschaftsbetreuung und auch bei der Überwachung der Geburt selbst angewendet.

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Der „pulsed-wave“ Doppler-Ultraschall

Um die Herzfrequenz des Babys zu messen wird ein pulsed-wave Doppler-Ultraschall eingesetzt. Dabei handelt es sich um ein Verfahren, mit dem Bewegungen lokalisiert und deren Geschwindigkeit gemessen werden kann. Für das Verfahren ist ein Piezokristall einer Ultraschallsonde nötig. Dieser fungiert sowohl als Sender als auch als Empfänger. Wurde vom Kristall ein Ultraschallsignal ausgesendet, stellt sich das Gerät direkt auf Empfang um. Dadurch kann aus der Laufzeit des Signals ein genauer Punkt errechnet werden.

Die Bewegungen werden dann an einer Zeitachse abgetragen. Die Aufzeichnung der Herzfrequenz erfolgt in beats per minute (kurz bpm, zu Deutsch: Schläge pro Minute). Für die Aufzeichnung der Wehentätigkeit kommt ein separater Wehenaufnehmer zur Anwendung. Dabei handelt es sich um einen Druckmesser. Zwei Verfahren dienen zur Aufzeichnung der Wehentätigkeit: die direkte und die indirekte Druckmessung.

Direkte Druckmessung

Die direkte Druckmessung ist nur nach dem Platzen der Fruchtblase möglich. Das heißt, sie kann nur während der Geburt durchgeführt werden. Allerdings hat sich diese Form der Druckmessung nicht durchgesetzt.

Indirekte Druckmessung

Die indirekte Druckmessung wird äußerlich durchgeführt. Bei dieser Variante der Druckmessung wird die Veränderung des Bauchumfanges der Schwangeren während einer Wehe gemessen. Dieses Verfahren kann jedoch große Schwankungen mit sich bringen. Gründe dafür liegen darin, wie beleibt die Schwangere ist. Bei schlanken Schwangeren ändert sich der Bauchumfang viel deutlicher als bei fülligeren Schwangeren. Dadurch kann es dazu kommen, dass zum Beispiel schwache Wehen bei einer beleibteren Schwangeren kaum bis gar nicht wahrgenommen werden. Im Gegensatz dazu ist es möglich, dass normale bis geringe Kontraktionen bei schlanken Schwangeren zu sehr großen Ausschlägen des Gerätes führen. Aus diesem Grund ist es wichtig, zur Auswertung der Daten auch die Konstitution der Schwangere und ihre Angaben zur Wahrnehmung und Spürbarkeit der Wehen zu Grunde zu legen.

Während der Schwangerschaftsbetreuung werden die Veränderungen der kindlichen Herzfrequenz unter Berücksichtung des Schwangerschaftsalters interpretiert. Bei der Interpretation der Werte während der Geburt wird der bisherige Geburtsfortschritt zu Grunde gelegt. Sollte ein Verdacht auf Unterversorgung des Kindes bestehen, kann ein Wehenbelastungstest mit CTG-Kontrolle durchgeführt werden. Bei einem Wehenbelastungstest, der während der Schwangerschaft in einer Geburtsklinik durchgeführt wird, wird ein Wehenmittel verabreicht, bis die regelmäßige Wehentätigkeit einsetzt. Unter dieser Voraussetzung kann dann die Versorgung des Kindes mittels der CTG-Kontrolle der Herzfrequenz überprüft werden. Sollte es zu einer Abnahme der Herzfrequenz nach einer Wehe kommen, deutet dies darauf hin, dass Sauerstoffmangel besteht. Dies ist ein Zeichen für die Gefährdung des Kindes. In Notfällen kann es dann sogar zum Kaiserschnitt kommen. Außerdem gibt es die wehensynchron auftretenden Abnahmen der Herzfrequenz, die jedoch selten ein Zeichen für eine akute Gefährdung sind. Erst bei regelmäßigem Auftreten solcher wehensynchronen Veränderungen wird ein geburtshilfliches Eingreifen nötig.

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