Nabelschnurblut einlagern

Nabelschnurblut einlagern © Andrea Damm / PIXELIO
Nabelschnurblut einlagern © Andrea Damm / PIXELIO

Das Einlagern von Nabelschnurblut ist eine gute Möglichkeit, um die Stammzellen des Babys für einen vertraglich festgelegten Zeitraum aufzubewahren. Dafür wird das Nabelschnurblut nach der Geburt entnommen, verarbeitet und tiefgefroren. Dies ist natürlich nicht kostenlos. Wie hoch der Nutzen der Einlagerung von Nabelschnurblut ist, ist bei Experten ein umstrittenes Thema. So reichen die Meinungen von sehr sinnvoll bis zu absolut nutzlos. Wie man als Eltern selbst damit umgeht, ist natürlich eine ganz persönliche Frage.

Nabelschnurblut einlagern – ein umstrittenes Thema

Ob man Nabelschnurblut einlagern sollte, ist eine sehr umstrittene Frage nicht nur bei Wissenschaftlern und Experten. Gründe dafür liegen vor allem in dem recht hohen Preis, der für das Einlagern gezahlt werden muss, und auch darin, dass es nur sehr wenige Krankheiten gibt, die mit den Stammzellen aus dem eingelagerten Blut der Nabelschnur behandelt bzw. geheilt werden können. Die Entscheidung, ob man Nabelschnurblut einlagern möchte, sollte natürlich persönlich mit dem Partner zusammen getroffen werden. Doch man sollte sich immer von Ärzten, Hebammen und auch von Freunden und der Familie einen Rat einholen.

Stammzellen im Nabelschnurblut

Aufgrund der Diskussionen wurden bereits zahlreiche Untersuchungen und Studien durchgeführt. Hauptsächlich wird Nabelschnurblut verwendet, um Krankheiten mit genetischem Ursprung zu heilen. Da jedoch diese Krankheiten dann auch im Nabelschnurblut verankert sind, wird das eigene Nabelschnurblut bei einer solchen Erkrankung nicht helfen können. Das ASBMT (American Sodiety for Blodd an Marrow Transplanation) gab die Wahrscheinlichkeit, dass ein Kind in den ersten 20 Lebensjahren das eigene Nabelschnurblut benötigt, mit maximal 0,04 Prozent an.

Das Nabelschnurblut ist jedoch auch nicht die einzige Quelle für Stammzellen. So gibt es zum Beispiel weltweit so genannte Stammzellenregister. Hier werden Stammzellen und Nabelschnurblut zur Verfügung gestellt. Die Wahrscheinlichkeit, hier einen geeigneten Spender zu finden, liegt laut Wissenschaftlern bei über 75 Prozent. Aber auch körpereigene Quellen bieten Stammzellen. Dazu gehören neben Knochenmark und Muskeln auch Haarfollikel, Fett und Babyzähne.

Kosten einer Einlagerung des Nabelschnurblutes

Da die Stammzellen-Forschung immer weitergeführt wird und auch neue Ergebnisse erzielt werden, gewinnt das Einlagern von Nabelschnurblut natürlich etwas mehr an Bedeutung. Schließlich werden Stammzellen in heutigen Zeiten bereits erfolgreich bei verschiedenen Therapien gegen bestimmte Krebsformen eingesetzt. Auch Diabetes, Herzschäden, Hepatitis, Infarkte und verschiedene neurologische Erkrankungen sollen laut jüngsten Studien mit Stammzellen behandelt werden können.

Wenn man sich dafür entscheidet, Nabelschnurblut einzulagern, dann muss man natürlich mit Kosten rechnen. Im Vorfeld werden bereits 150 bis 300 Euro fällig. Dabei handelt es sich um eine Einrichtungsgebühr, die jedoch teilweise oder auch vollständig erstattet wird. Ob es zu einer Rückerstattung kommt ist davon abhängig, ob das Nabelschnurblut entnommen und eingelagert werden kann. Je nach Vertragsdauer werden dann jährliche Gebühren fällig. Diese können zwischen 100 und 200 Euro liegen. Meist werden diese Kosten jedoch in einer Summe verlangt. Bei der Einlagerung können also ca. 2.000 bis 2.500 Euro fällig werden.

Ärzte und Hebammen stehen der Einlagerung von Nabelschnurblut sehr gespalten gegenüber. Während die Gynäkologen den werdenden Eltern zwar mit Ratschlägen zur Seite stehen, lehnt der größte deutsche Hebammenverband die private Einlagerung prinzipiell ab. Begründet wird dies damit, dass die Kosten für eine Einlagerung zu hoch sind, da sich die Stammzellen-Forschung sowieso noch in den Kinderschuhen befindet.

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