Endlich ein trockenes Kinderbett

Wenn Bettnässen zum gut gehüteten Familiengeheimnis wird

Wichtig ist es, das Selbstvertrauen des bettnässenden Kindes zu stärken und es bei der Erlangung der Blasenkontrolle zu unterstützen. Foto: djd/Apogepha Arzneimittel/©athomass - Fotolia.com
Wichtig ist es, das Selbstvertrauen des bettnässenden Kindes zu stärken und es bei der Erlangung der Blasenkontrolle zu unterstützen. Foto: djd/Apogepha Arzneimittel/©athomass - Fotolia.com

(djd/pt). Das Anpassen an die Standards der modernen Leistungsgesellschaft fängt schon im Krabbelalter an. Schonungslos werden die Kleinen verglichen: Welches Kind kann schon reden? Wer schafft die ersten Schritte? Wer braucht noch Windeln? Schläft der Nachwuchs schon alleine durch? Eltern, deren Sprösslinge nicht zu den Schnellentwicklern gehören, fühlen sich manchmal als Versager. Vor allem Bettnässen gilt als gut gehütetes Geheimnis. Dabei ist nächtliches Einnässen bis zum fünften Lebensjahr kein Grund zur Sorge, so die Deutsche Kontinenz Gesellschaft, denn die Blasenkontrolle unterliegt einem Reife- und Lernprozess.

Einnässen ist keine Seltenheit

Eine Reifeverzögerung, ein Mangel an antidiuretischem Hormon, eine zu kleine Blase oder auch falsche Trinkgewohnheiten sind die häufigsten Ursachen für nasse Kinderbetten – seelische Probleme stecken in diesem Alter eher selten dahinter. Wichtige Informationen sowie Servicematerial zum Einnässen bei Kindern gibt es unter www.einnaessen-beim-kind.de. Ungefähr 15 bis 20 Prozent aller Fünfjährigen leiden unter nächtlichem Einnässen, Jungen sind etwa doppelt so häufig betroffen wie Mädchen. Einnässen am Tag kommt bei fünf Prozent der Kinder in diesem Alter vor. Jedoch tritt bei circa 15 Prozent der betroffenen Kinder pro Jahr eine spontane Heilung ein. Mit zunehmendem Alter des Nachwuchses verstärkt sich oft der Leidensdruck bei Eltern und Kind.

Ärztliche Hilfe und viel Liebe

Mit der Vorstellung beim Arzt zur Abklärung der Ursache sollte man nicht warten. Die Therapie des Einnässens sollte immer mit einer sogenannten Urotherapie beginnen. Diese ist eine Form der Verhaltenstherapie und beinhaltet die Aufklärung des Kindes und der Eltern, wie der Körper funktioniert und welches Problem zugrunde liegt. Das Kind muss verstehen, worin das Problem liegt und Spaß daran empfinden, seine Blase zu beeinflussen. Auf dem Weg zu trockenen Nächten ist Verständnis gefragt. Geduld und das Gefühl, dass Einnässen nichts Schlimmes ist, geben dem Kind Sicherheit und stärken sein Selbstbewusstsein.

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Der Arzt kann organische Ursachen des Bettnässens ausschließen und Tipps zur Urotherapie geben. Foto: djd/Apogepha Arzneimittel/©skynesher - istock.com
Der Arzt kann organische Ursachen des Bettnässens ausschließen und Tipps zur Urotherapie geben. Foto: djd/Apogepha Arzneimittel/©skynesher – istock.com

Zwei Formen des Einnässens

Nässt ein Kind nach dem fünften Lebensjahr mindestens zweimal pro Monat ein, so spricht man von einer Enuresis nocturna, umgangssprachlich dem Bettnässen. Demgegenüber steht das Einnässen am Tage, das etwa durch häufige Toilettengänge, starken, übermäßigen Harndrang oder sogenannte Haltemanöver gekennzeichnet ist. Eltern von Bettnässern sollten darauf achten, dass die Haupttrinkmenge bis zum Nachmittag eingenommen und abends nur noch wenig getrunken wird. Viele Kinder werden schon durch eine Änderung der Trinkgewohnheiten trocken.

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