Muttermund

Muttermund © JörgBrinckheger / PIXELIO
Muttermund © JörgBrinckheger / PIXELIO

Der Aufbau der weiblichen Geschlechtsorgane ist sehr komplex und das gilt auch für den Muttermund. Als Muttermund werden die Öffnungen des Gebärmutterhalses bezeichnet. Der Gebärmutterhals befindet sich zwischen der Scheide und der Gebärmutter. Man unterscheidet nun zwischen dem äußeren und inneren Muttermund. Der äußere Muttermund beschreibt den Eingang der Scheide in den Gebärmutterhals. Der innere Muttermund stellt die Öffnung in die Gebärmutter dar.

Muttermundschwäche – ein Risiko

Bei einer Schwangerschaft sind der äußere und innere Muttermund fest verschlossen. Dadurch soll verhindert werden, dass während der Schwangerschaft schädliche Keime in die Gebärmutter gelangen können. Der Muttermund trägt also entscheidend zur Erhaltung einer Schwangerschaft bei.

Doch nicht nur dieser, sondern auch der Gebärmutterhals, der sich zwischen dem inneren und äußeren Muttermund befindet, ist enorm wichtig. Während der Schwangerschaft misst der Frauenarzt regelmäßig die Länge des Gebärmutterhalses. Im Idealfall ist der Gebärmutterhals bis zur Geburt länger als 2,5 cm. Wird während dieser Vorsorgeuntersuchung jedoch festgestellt, dass der Gebärmuterhals kürzer ist, kann dies ein Hinweis auf eine Muttermundschwäche sein.

Bei einer Muttermundschwäche, der medizinische Begriff hierfür lautet Zervixinsuffizienz, kann der Muttermund dem wachsenden Gewicht des Babys nicht mehr standhalten. Als Folge davon öffnet sich der Muttermund und die werdende Mutter erleidet eine Fehlgeburt oder eine Frühgeburt. Stellt der Arzt bei der Untersuchung eine Muttermundschwäche fest, wird der Muttermund zumeist künstlich mit einem Kunststofffaden verschlossen.

Rolle des Muttermundes bei der Geburt

Am Ende einer Schwangerschaft steht die Geburt. Dabei kann die Entbindung auf natürlichem Wege stattfinden oder per Kaiserschnitt. Bei einer natürlichen Entbindung spielt auch wieder der Muttermund eine Rolle. Die Geburt läuft in verschiedenen Phasen ab. Zunächst löst sich der Schleimpfropf, der den Muttermund verschließt. Dies kann auch schon einige Tage vor der Geburt passieren. Danach folgt die so genannte Eröffnungsphase der Geburt. In dieser Phase stellen sich erste Wehen ein. Ziel dieser Wehen ist es, den Gebärmutterhals zu verkürzen und den Muttermund zu öffnen. Im Laufe der Eröffnungsphase kommen die Wehen öfter und regelmäßiger.

Der Muttermund öffnet sich

Da eine Geburt von Frau zu Frau verschieden ist, ist auch die Länge und Intensität der Eröffnungsphase sehr unterschiedlich. Während dieser Phase kontrolliert die Hebamme mit ihren Fingern regelmäßig, wie weit der äußere Muttermund bereits geöffnet ist. Ist der Muttermund zehn Zentimeter geöffnet, beginnen die letzten Phasen der Geburt. In der Übergangsphase beginnt das Baby sich in Position zu bringen. Und dann beginnen die Austreibungswehen, auch Presswehen genannt, wodurch das Baby durch den Geburtskanal bewegt wird.

Wenn sich der Muttermund nicht öffnet

Bei einigen Frauen kann es auch passieren, dass sich der Muttermund nicht öffnet. So kann es zum Beispiel sein, dass der Druck des Kindes auf den Muttermund nicht groß genug ist, sodass dieser sich nicht öffnet. In solchen Fällen liegt häufig eine Wehenschwäche vor. Diese wird dann mit einem Wehentropf behoben. Es kann aber auch sein, dass der Muttermund zu fest ist. In diesem Fall werden häufig Wehenhemmer eingesetzt, damit sich der Muttermund etwas entspannt.

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