Fehlgeburt

Fehlgeburt. © Rainer Brueckner / pixelio.de
Fehlgeburt. © Rainer Brueckner / pixelio.de

Wenn eine Frau erfährt, dass sie schwanger ist, dann freut sie sich in der Regel auf ihre Schwangerschaft und auf die Geburt eines gesunden Kindes nach 40 Schwangerschaftswochen. Doch leider ist nicht jeder Frau dieses große Glück vergönnt. Es wird geschätzt, dass etwa 15 Prozent aller Frauen eine Fehlgeburt erleiden. Bei dieser Prozentzahl handelt es sich um eine Schätzung, weil viele Frauen gar nicht mitbekommen, dass sie eine Fehlgeburt erlitten haben. Die meisten Fehlgeburten ereignen sich nämlich innerhalb der ersten 13 Wochen einer Schwangerschaft. Und gerade in den allerersten Wochen, wenn eine Frau vielleicht noch gar nicht weiß, dass sie schwanger ist, werden Blutungen häufig einfach als verspätete Menstruationsblutung wahrgenommen.

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Spontanabort und Spätabort

In etwa 75 Prozent aller Fälle findet eine Fehlgeburt in den ersten 13 Wochen statt. Hier spricht man von einem Spontanabort (einer frühen Fehlgeburt). Von einem Spätabort (einer späten Fehlgeburt) spricht man, wenn eine Frau ihr Kind zwischen der zwölften und 24. Schwangerschaftswoche verliert. Wiegt das Baby dabei mehr als 500 Gramm, dann spricht man wiederum von einer Totgeburt.

Faktoren für eine Fehlgeburt

Es gibt viele Faktoren, die ursächlich für eine Fehlgeburt sein können. Zunächst einmal spielt das Alter der werdenden Mutter eine Rolle. Etwa ab dem 30. Lebensjahr und dann noch einmal ab dem 35. Lebensjahr erhöht sich die Wahrscheinlichkeit einer Fehlgeburt. Der Grund dafür ist, dass Frauen ab diesem Alter eine größere Wahrscheinlichkeit haben, ein Kind mit einer Chromosomenanomalie (einer Fehlbildung des Erbgutes) zu empfangen. Dadurch erhöht sich wiederum das Risiko für den Verlust des Kindes.

Es gibt noch weitere Faktoren, die das Risiko einer Fehlgeburt erhöhen. Unter anderem zählen dazu Fehlbildungen der Gebärmutter, Myome (gutartige Geschwülste in den Muskelschichten der Gebärmutter), Schilddrüsenerkrankungen, Nierenerkrankungen, Diabetes oder Infektionen, wie zum Beispiel Röteln, während der ersten Schwangerschaftswochen. Auch die Einnahme von Medikamenten, zum Beispiel Schmerzmittel wie Ibuprofen oder Aspirin, können die Wahrscheinlichkeit einer Fehlgeburt erhöhen. Und natürlich hat auch die Lebensweise der werdenden Mutter einen Einfluss auf das Risiko einer Fehlgeburt. So erhöhen Alkohol, Nikotin oder mehr als vier Tassen Kaffee am Tag das Risiko auf eine Fehlgeburt deutlich.

Gebärmutterprobleme können zu einer Fehlgeburt führen

Bei einer späten Fehlgeburt liegen häufig Probleme mit der Gebärmutter, zum Beispiel Zysten, mit dem Muttermund, der sich durch das Gewicht des Babys zu früh öffnet, oder Probleme mit der Plazenta (Mutterkuchen) vor. Aber auch Chromosomenschäden beim Baby können zu einer Fehlgeburt führen.

Das Risiko einer Fehlgeburt vermindern

Mit einer angemessenen Lebensweise können werdende Mütter das Risiko auf eine Fehlgeburt deutlich senken. So sollten Frauen schon vor einer geplanten Schwangerschaft das Rauchen aufgeben und den Alkohol- und Koffeinkonsum deutlich einschränken. Zudem ist eine ausgewogene Ernährung auch schon vor einer geplanten Schwangerschaft sehr wichtig. Besonders wichtig ist die Aufnahme von Vitaminen und Mineralstoffen, insbesondere Folsäure und Kalzium. Diese können auch in Form von Nahrungsergänzungsmitteln eingenommen werden.

Behandlung bei vorausgegangener  Fehlgeburt

Frauen, die schon einmal eine Fehlgeburt erlitten haben, sollten mit ihrem Frauenarzt sprechen, um eine eventuelle Gebärmutterhalsschwäche mit einer Cerclage behandeln zu lassen. Bei einer Cerclage handelt es sich um einen Eingriff unter Vollnarkose, bei dem der Gebärmutterhals mit einem Kunststoffband geschlossen wird.

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